Bestandssignatur

5-91-1800

Laufzeit

1541 - 1900

Umfang

1 lfm (20 AE)

Findmittel

unerschlossen

Inhalt

Siedelhöfe (auch Sattelhöfe) sind Bauernhöfe, die keine landesüblichen Frondienste zu leisten hatten. Diese Gutskomplexe nahmen eine Mittelstellung zwischen Ritter- und Bauerngütern ein.
Neben der Abtei Saalfeld waren die Grafenhäuser Orlamünde und Schwarzburg in Schwarza begütert. Die Inhaber von zwölf Hufen Landes in Schwarza, die zu Saalfeld gehörten, hatten seit dem Mittelalter an das Benediktiner-Kloster Saalfeld zu zinsen. 1544 werden noch 9 Güter als vom nunmehr säkularisierten Stift Saalfeld (seit 1527) abhängig aufgeführt aus denen später drei zu Saalfeld gehörige freie Siedelhöfe entstanden sind:
Der obere, der mittlere und der untere Siedelhof, die in der „Stiftsgerechtigkeit“ nicht mitgenannt werden, weil sie zwar Erb- bzw. Lehenszins zahlen mussten, aber keinerlei besondere Leistungen zu tragen hatten. Da die Hofinhaber aber zu Kriegszeiten ein gesatteltes Pferd stellen mussten, hießen die Güter Sattel- und später erst Siedelhöfe. Damit waren sie den Rittergütern rechtlich nicht nachgestellt.
1573 gelangte die Herrschaft Saalfeld zunächst zum ernestinischen Haus Sachsen-Altenburg und später zur Linie Sachsen-Coburg-Saalfeld bzw. Sachsen-Meiningen.
Während sich die Besitzverhältnisse im mittleren und oberen Siedelhof mehrmals änderten, blieb der untere Siedelhof in Schwarza über viele Jahrhunderte im Besitz der Familie Mackeldey. Der Landtagsabgeordnete von Schwarzburg-Rudolstadt Franz Friedrich Eduard Mackeldey (1816 - 1868) wird mit dem Titel Herr auf Schwarza als Besitzer des unteren und mittleren Siedelhofes und Besitzer der Schwarzaer Mühle genannt.
Die komplizierten Zins- und Lehnrechte, Fragen der Landeshoheit sowie Probleme der hohen und niederen Gerichtsbarkeit führten zu Auseinandersetztungen zwischen Sachsen-Saalfeld und Schwarzburg-Rudolstadt, lagen doch die Siedelhöfe auf schwarzburgischem Territorium.

Lehensangelegenheiten der Mackeldeyschen und der Bilaisch-Schellerschen Siedelhöfe.- Grundstücke in der Kämmritze.- Triftirrungen mit der Gemeinde Schwarza.- Jagddifferenzen.- Bambergisches Gut.- Vippachisches Gut.- Bausachen.- (unverzeichnete) Urkunden.