Kontakt

Postanschrift

  • Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Meiningen
  • PF 100654
  • 98606 Meiningen

Dienstanschrift

  • Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Meiningen
  • Schloß Bibrabau
  • 98617 Meiningen

Öffnungszeiten

Mo und Mi 8.00-15.30 Uhr
Di und Do 8.00-18.00 Uhr
Fr geschlossen

Archivleiter/in

Oberarchivrat Dr. Norbert Moczarski


  • 13.033,2 lfm, 10.102 Urkunden und 33.431 Karten

    Bestand

  • 1119-2014

    Laufzeit


Archivgeschichte

Das Thüringische Staatsarchiv Meiningen wurde 1923 zunächst als historisches Archiv für die Behörden des 1920 im Land Thüringen aufgegangenen Einzelstaates Sachsen-Meiningen gegründet. Seinen Grundstock bildete das alte Geheime Archiv, dem man die Behördenarchive und Registraturen der aufgelösten Ministerialabteilungen angliederte.
1925 wurde es durch einen Staatsvertrag mit Preußen mit dem Gemeinschaftlichen Hennebergischen Archiv verbunden; das die Archivalien der alten Grafschaft Henneberg enthält.
Das Grafenhaus (seit 1310 in den Reichsfürstenstand erhoben) war 1583 ausgestorben. Nachdem hessische und würzburgische Ansprüche bereits im 16. Jahrhundert befriedigt worden waren, teilten sich 1660 albertinische und ernestinische Wettiner den Löwenanteil des Territoriums. Das Archiv – hervorgegangen aus Urkundendepots des 14. und 15. Jh. (Stiftskirche Schmalkalden, Schleusingen als Sitz der Linie Henneberg-Schleusingen) und dem Kanzleiarchiv mit den Akten der henneberg-schleusingischen Regierung und des Konsistoriums in Schleusingen, später Maßfeld – teilte die Geschicke des Landes. Während die Akten der Renterei in Schleusingen verblieben und gemeinsam mit den Akten späterer kursächsischer Verwaltungsbehörden ein eigenes Archiv bildeten (seit 1898 im Staatsarchiv Magdeburg), wurden die nach Meiningen verbrachten Archivalien, die noch Zuwachs durch die nach dem Aussterben der Henneberger gebildete Gemeinschaftliche Regierung erhielten, dann aber entsprechend der Aufteilung des Territoriums 1660 mit auseinandergerissen. Nur der unteilbare Rest verblieb unter gemeinschaftlicher Verwaltung in Meiningen.
Mit der Verpflichtung des Archivars Georg Paul Hönn 1698 bzw. dessen Bruders Heinrich Paul Hönn begannen systematische Ordnungsarbeiten, die als Grundlage für eine endgültige Aufteilung des Archivs dienen sollten. Doch die Arbeiten erwiesen sich als zu umfangreich, noch eine Studie von 1822 verzeichnet eine große Unordnung, die sicherlich auch mehreren Umzügen innerhalb des Schloßareals geschuldet war. Erst der 1844 von Caspar Friedrich Maaser vorgelegter Plan für die Ordnung und Verzeichnung des Archivs, an dessen Verwirklichung innerhalb der nächsten 80 Jahre Ludwig Bechstein, Karl Georgii, Georg Brückner, Ernst Koch und Wilhelm Dersch arbeiteten, erbrachte die Grundlage für eine vollständige Erfassung, Ordnung und Verzeichnung des Gemeinschaftlichen Hennebergischen Archivs, die im wesentlichen heute noch Gültigkeit besitzt.
Nachdem durch den Zusammenschluß der thüringischen Einzelstaaten 1920 nur noch zwei Archiveigentümer – die Länder Thüringen und Preußen – existierten, wurden die Pläne zur Aufteilung des Archivs endgültig begraben – im Gegenteil sogar die in den verschiedenen thüringischen Archiven verstreuten Hennebergica wieder in Meiningen vereinigt.
Auch Preußen entschloß sich, nachdem es 1925 die Genehmigung zum Verbund mit dem neugegründeten Staatsarchiv erteilt hatte, 1929 die den thüringischen Teil der Grafschaft Henneberg betreffenden Archivalien nach Meiningen zu geben. Parallel zu diesen Übernahmen erfolgte ab 1930 die Erschließung des Geheimen Archivs und der Abteilung des Staatsministeriums.
Größere Zuwächse erhielt das Staatsarchiv nach 1945, als die Bestände der Kreisbehörden Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg sowie der in diesem Gebiet liegenden Amtsgerichte übernommen wurden,. In dieser Zeit fiel auch die Übernahme der zumeist durch die Bodenreform herrenlos gewordenen Guts- und Schloßarchive. Die Zuständigkeit und Übernahmetätigkeit erstreckte sich nach 1952 dann immer mehr auf die Behörden, Gerichte und staatsgeleiteten Betriebe des im August 1952 gebildeten Bezirkes Suhl. Während 1966 erstmals Akten des Bezirkstages und Rates des Bezirkes Suhl übernommen werden konnten, setzte erst nach dem Erlaß der „VO über das staatliche Archivwesen der DDR vom 11.3.1976“ Ende der 70er Jahre eine verstärkte Übernahme der noch vorhandenen Akten der privaten und der ab 1948 dominierenden staatlich gelenkten Wirtschaft ein. Von 1980 bis 1989 wurden vom Staatsarchiv Meiningen insgesamt 650 lfm. Archivgut aus Staat und Wirtschaft aufgenommen. Diese Übernahmen konnten jedoch auf Grund der prekären Magazinknappheit nur im Zusammenhang mit der Abgabe von über 700 lfm. Grundbüchern und Akten an das Archivdepot Barby/Elbe im Jahre 1982 realisiert werden. Ergänzt wurde das Spektrum der Bestände im Laufe der Jahre durch eine Reihe von Nachlässen und Akten von Organisationen.
Ende der 80er Jahre waren die Magazinreserven des Staatsarchivs dann wiederum erschöpft, so daß die durch den gesellschaftlichen Umbruch in der DDR bedingte Flut von Aktenmassen aufgelöster Behörden und Wirtschaftsbetriebe nur durch den Auf- und Umbau eines Depots in Suhl (ehemalige Mfs-Haftanstalt) kanalisiert werden konnte.
Von 1990-1994 erstreckte sich die Zuständigkeit des Thüringischen Staatsarchiv Meiningen auf die nachgeordneten Behörden und Gerichte des Landes Thüringen und des Bundes im Bereich der südthüringischen Kreise Bad Salzungen, Ilmenau, Hildburghausen, Meiningen, Neuhaus, Schmalkalden, Sonneberg, Suhl-Stadt und Suhl-Land. Allein in den Jahren 1990-1994 hatte das Staatsarchiv Meiningen einen Zuwachs von ca. 4.000 Regalmetern Akten zu bewältigen. Eine besondere Verantwortung fiel dabei dem Thüringischen Staatsarchiv Meiningen 1993 mit der Übernahme von über 30.000Akten der bezirklichen, kreislichen und betrieblichen Leistungen der SED und des FDGB zu.
Insgesamt verwahrt das Thüringische Staatsarchiv Meiningen heute in den Standorten Meiningen und Suhl ca. 10.000 Regalmeter Akten, über 12.000 Urkunden, ca. 15.000 Karten/Pläne/Risse, ca. 6.000 fotografische Reproduktionen sowie etwa 35.000 Bände der Dienstbibliothek.