Vorwort
Vowort
Die Bezirkskabinette für Kulturarbeit gingen in Folge einer Anordnung des Ministeriums für Kultur vom 12. August 1961 aus den Bezirkshäusern für Volkskunst hervor. Die Aufgaben der Kabinette, welche bis zum 31. Dezember 1961 umstrukturiert worden waren, bestanden hauptsächlich in der Entwicklung und Förderung von Kulturarbeit im jeweiligen Bezirk. Als dem Rat des Bezirkes unterstellte Einrichtungen fungierten die Bezirkskabinette für Kulturarbeit rechtlich als Haushaltsorganisation und juristische Person. Kernaufgabe der Kabinette war die methodische Unterstützung der kulturellen Arbeit. Dahingehend unterstützte das Bezirkskabinett die örtlichen Organe der Staatsmacht, unter anderem das Kreiskabinett für Kulturarbeit, zur "Lösung der kulturpolitischen Aufgaben". Das Bezirkskabinett diente als Konsultationspunkt für die Kader aus der Kulturpolitik und förderte die Kulturpropaganda im Bezirk. Die Arbeit im Bezirkskulturkabinett fußte auf die Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Organisationen, insbesondere den Ausschüssen der Nationalen Front der DDR, aber auch den Künstlerverbänden und den Kulturschaffenden. In Jahresarbeitsplänen wurde die Arbeit des Bezirkskabinetts strukturiert. Erfahrungsaustausche mit den Kreiskabinetten aber auch Leistungsvergleiche und sozialistische Wettbewerbe gehörten zum methodischen Vorgehen bei der Lösung der Aufgaben. Die Leitung des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit übernahm auf Berufung des Rates des Bezirks, ein Direktor, der die politische, methodische und organisatorische Tätigkeit der Einrichtung verantwortete. (Vgl. Gesetzblatt der DDR II, 1961, Nr. 64, S. 427-429). Auf Anordnung vom 15. September 1971 wurde den Bezirkskabinetten die Sektionsbildung auferlegt. Diese ehrenamtlichen Gremien formierten sich beispielsweise in der Sektion Marxismus-Leninismus. Ab 1983 arbeitete die Sektion Marxismus-Leninismus des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit Suhl intensiv mit der Bezirkskulturakademie Suhl zusammen. 1983 fand zu Ehren Karl Marx ein gemeinsam organisiertes Kolloquium mit 120 Kulturfunktionären und Künstlern des Bezirks Suhl statt. Im November desselben Jahres wurde der Sektionsdirektor für Marxismus-Leninismus, Wolfgang Köhler, in den ehrenamtlichen Beirat der Bezirkskulturakademie "Konrad Wolf" Suhl berufen. Hieraus wird die enge Verzahnung des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit Suhl und der Bezirkskulturakademie "Konrad Wolf" Suhl sichtbar: Die in der Bezirkskulturakademie "Konrad Wolf" Suhl abgehaltenen Weiterbildungsmaßnahmen wurden konzeptionell und inhaltlich durch die Sektion Marxismus-Leninismus des Bezirkskulturkabinetts für Kulturarbeit beeinflusst. (Vgl. Schäfer, Michael: Sektion Marxismus/Leninismus unterstützt Bezirkskulturakademie Suhl, in: Technische Universität Ilmenau [Hrsg.]: Neue Hochschule [Zeitschrift], 27. Jahrgang (1984), Nummer 15, S.2 und Gesetzblatt der DDR II, 1971, Nr. 67, S. 580-583). Das Bezirkskabinett für Kulturarbeit Suhl befand sich von 1973-1990 in der Straße "Am Bahnhof 12". 1991 wurde die Einrichtung im Zuge der Auflösung der Bezirksorgane abgewickelt.
Die Akten des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit wurden in der ersten Hälfte der 1990er Jahre übernommen und zunächst vorläufig erschlossen. Der Bestand wurde am 07.10.2002 zum Archivdepot Suhl (ADS) umgelagert. Im März 2018 erfolgte durch Viola Baser eine Überarbeitung der Erschließungsergebnisse und eine Systematisierung des Bestandes.
Laufzeit: 1965-1990
Umfang: 2,8 lfm, 90 Verzeichnungseinheiten
Benutzungshinweise:
Eine Benutzung der Akten ist in der Außenstelle Suhl möglich.
Hinweis zum Persönlichkeitsschutz
Der Bestand enthält ggf. Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 17 ThürArchivG vom 23.04.1992 unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 17 (5) ThürArchivG oder Zuganges gemäß § 17 (6) ThürArchivG zugänglich ist.
Zitierweise:
LATh - StA Meiningen, Bezirkskabinett für Kulturarbeit, Nr. xx, Bl. [Nummer]
Viola Baser