Preface

Institutionsgeschichte
Erste urkundliche Erwähnung findet Greußen im Jahr 1250 mit der Errichtung einer Marktsiedlung namens "Marktgruzen" durch den ludowingischen Landgrafen. 1319 erhielten die Grafen zu Hohnstein diese Marktsiedlung zum Lehen, welcher sie 1353 das Stadtrecht und die damit verbundene niedere Gerichtsbarkeit gewährten. Alsdie Adelslinie Hohnstein-Sondershausen schließlich 1356 erlosch ging Greußen in den Besitz der Grafen von Schwarzburg über. Wirtschaftliche Bedeutung erlangte Greußen im 16. Jahrhundert durch den Abbau von Tuffgestein sowie durch Waid- und Weinanbau. Durch die Anlegung von drei künstlichen Flussarmen, den sogenannten Helben, wurde eine ausgeprägte Mühlenlandschaft mit bis zu über 20 Mühlen geschaffen. Mitte des 19. Jahrhunderts begann Greußen im Zuge der Industrialisierung zu wachsen, wobei besonders der Chausseebau von Sondershausen nach Erfurt im Jahr 1842 dazu beitrug.

Die unter der Bezeichnung "Stadtgericht Greußen" geführten Unterlagen beinhalten neben Akten der streitigen und freiwilligen Gerichtsbarkeit auch solche der allgemeinen Stadtverwaltung.

Bearbeitung
Der Zeitpunkt der ersten Bearbeitung des Bestandes wird man anhand der Handschrift des dafür angelegten ca. Postkartengroßen Zettelrepertoriums auf Ende des 19. Jahrhunderts schätzen. Weitere Bearbeitungsschritte erfolgten vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts. Beide Erschließungsschritte fanden im seinerzeitigen Staatsarchiv Sondershausen statt. Die Erfassung der Amtshandelsbücher datiert auf den Zeitraum nach 1971 (maschinenschriftliche Karteikarte Nr. 44-77). Die Akten mit den Nummern 78-83 und 85 hat Jens Beger in den 1990er Jahren erschlossen. Vermutlich dürfte bei der Bearbeitung der 1970er Jahre eine (allerdings wenig schlüssige) Systematik des Bestandes angelegt worden sein.

Die vorhandenen Karteikarten wurden im Frühjahr 2013 retrokonvertiert. Einige unverzeichnete Akten (Nr. 81-90) wurden neu verzeichnet. Die bestehende Systematik wurde erweitert. Es entstanden Orts- und Personenindizes. Die Akten wurden gereinigt, etikettiert und in Archivkartons verpackt. Bei der Revision fiel das Fehlen der Akte mit der Nummer 15 auf.


Der Bestand umfasst 90 Akten mit einer Laufzeit von 1453 bis 1882 und einem Umfang von 2,6 lfm.

Zitierweise: Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt, Stadtgericht Greußen Nr.


Rudolstadt, im März 2013


Christian Schart
Praktikant