Preface
Der Bestand Großherzogliches Hausarchiv A XX beinhaltet den Nachlass der Herzogin Louise Auguste von Sachsen-Weimar und Eisenach. Louise Auguste wurde als sechstes Kind des Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt und seiner Gemahlin Henriette Caroline, geb. von Pfalz-Zweibrücken, am 30. Januar 1757 in Berlin geboren.
Am 19. Dezember 1774 verlobte sie sich mit dem Weimarer Erbprinzen Carl August, die Hochzeit erfolgte einen Monat nach Regierungsantritt Carl Augusts von Sachsen-Weimar und Eisenach am 3. Oktober 1775.
Aus der Ehe gingen die Kinder Luise Auguste Amalie (1779-1784), Carl Friedrich (1783-1853) als Thronfolger, Carolina Luise (1786-1816) sowie Carl Bernhard (1792-1862) hervor. Zwei weitere Kinder wurden totgeboren oder starben wenige Stunden nach der Geburt.
Herzogin Louise agierte weitgehend im Schatten ihres Mannes und der Herzoginmutter Anna Amalia, an deren Musenhof sie kaum Anteil nahm. Ihre Persönlichkeit trat umso mehr in Krisensituationen zum Vorschein. Zu nennen ist hier insbesondere die Begegnung mit Napoleon I. Bonaparte nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 15. Oktober 1806. Dem Auftreten der Herzogin war es maßgeblich zu verdanken, dass die Plünderungen in Weimar beendet wurden und der Weimarer Staat erhalten blieb. Großherzogin Louise von Sachsen-Weimar-Eisenach verstarb am 14. Februar 1830 in Weimar.
Herzstück der Überlieferung stellen die Briefe Louises an ihren Bruder Christian Landgraf von Hessen-Darmstadt dar. Neben Korrespondenzen finden sich vor allem Rechnungsunterlagen und Erbschaftsangelegenheiten im Nachlass der Herzogin.
Das von Carl August Hugo Burkhardt 1874 erstellte Findbuch wurde in Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 482, Teilprojekt A1 unter Anleitung von Frau Stefanie Freyer 2008 retrokonvertiert. Im Anschluss fand eine Überarbeitung durch Archivrätin Dr. Katja Deinhardt statt. Der Nachlass umfasst 98 Akteneinheiten im Umfang von 0,87 laufenden Metern.
Weiterführende Literatur (in Auswahl):
- Eleonore von Bojanowski, Louise, Großherzogin von Sachsen-Weimat und ihre Beziehungen zu den Zeitgenossen. Nach größtenteils unveröffentlichten Briefen und Niederschriften, Stuttgart/Berlin 1903.
- Detlef Jena, Das Weimarer Quartett. Die Fürstinnen Anna Amalia, Louise, Maria Pawlowna, Sophie, Regensburg 2007, S. 72-138.
- Hans Tümmler, Luise, Herzogin (seit 1775), Großherzogin (seit 1815) von Sachsen-Weimar-Eisenach, geb. Prinzessin von Hessen-Darmstadt, in: NDB, Bd. 15, S. 503-504.
- Marcus Ventzke, Louise (Luise) Auguste Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach, geb. Prinzessin von Hessen-Darmstdat (1757-1830) in: Stefanie Freyer/Katrin Horn/Nicole Grochowina (Hrsg.), FrauenGestalten Weimar-Jena um 1800. Ein bio-bibliographisches Lexikon, Heidelberg 2009, S. 282-286.
Der Bestand ist beispielhaft wie folgt zu zitieren:
Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, Großherzogliches Hausarchiv A XX Nr. 1.
Als Abkürzungen für das Archiv können ThHStAW oder ThHStA Weimar verwendet werden.
Weimar, den 20. Dezember 2010
gez. Deinhardt